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Vitalstoffe über die Ernährung decken

Vitalpunkt-Redaktion·6. Juli 2026·8 Min. Lesezeit
Ausgewogene Mahlzeit mit farbigem Gemüse, Vollkorn und Hülsenfrüchten als natürliche Vitalstoffquelle

Bei den meisten gesunden Menschen lässt sich der Bedarf an Vitalstoffen über eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung decken. Das ist die zentrale Botschaft der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) und des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV): Die Basis liegt auf dem Teller, nicht in der Dose. Wer täglich Gemüse, Früchte, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, gute Fette sowie – je nach Ernährungsform – Milchprodukte, Eier oder Fisch kombiniert, versorgt den Körper in der Regel gut mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen.

Vitalstoffe ist ein Sammelbegriff für Mikronährstoffe: Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und weitere Stoffe wie sekundäre Pflanzenstoffe. Sie liefern keine Energie, sind aber an unzähligen Prozessen beteiligt. Dieser Ratgeber zeigt, wie eine gute Ernährung den Bedarf deckt, welche Lebensmittel besonders zählen und in welchen Situationen genauer hinzuschauen ist. Er ist Teil unseres grossen Vitalstoffe-Ratgebers.

Das Grundprinzip: Vielfalt statt einzelner Superfoods

Kein einzelnes Lebensmittel liefert alle Vitalstoffe. Der Schlüssel ist die Kombination vieler verschiedener Lebensmittel über den Tag und die Woche. Genau darauf zielt die Schweizer Lebensmittelpyramide der SGE ab: Sie ordnet Lebensmittelgruppen nach empfohlener Menge und bildet damit eine ausgewogene Ernährung ab.

Ein einfacher Merksatz der SGE lautet «5 am Tag»: drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Früchte täglich, möglichst in verschiedenen Farben. Eine Portion entspricht ungefähr einer Handvoll. Farbige Vielfalt ist dabei kein Selbstzweck – unterschiedliche Farben stehen für unterschiedliche Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.

5
Portionen Gemüse & Früchte pro Tag (3 Gemüse, 2 Früchte) – Empfehlung SGE
Vollkorn- oder Stärkeprodukte täglich als Basis für B-Vitamine und Mineralstoffe
1–2 l
ungesüsste Getränke pro Tag – Wasser als Grundlage

Der vitalstoffreiche Teller: die wichtigsten Gruppen

Statt einzelne Nährstoffe zu jagen, ist es einfacher, in Lebensmittelgruppen zu denken. Jede Gruppe hat ihre Stärken. Zusammen ergeben sie ein Muster, das den Bedarf breit abdeckt.

Gemüse, Früchte und Hülsenfrüchte

Sie sind die dichtesten Quellen für viele Vitamine und Mineralstoffe. Grünes Blattgemüse liefert Folat, Magnesium und Vitamin K; Zitrusfrüchte, Peperoni und Beeren viel Vitamin C; Karotten und Kürbis Beta-Carotin, eine Vorstufe von Vitamin A. Hülsenfrüchte wie Linsen und Kichererbsen bringen pflanzliches Eisen, Zink und Ballaststoffe. Vitamin C aus Gemüse oder Früchten in derselben Mahlzeit kann die Aufnahme von pflanzlichem Eisen verbessern.

Vollkorn, Kartoffeln und Nüsse

Vollkornprodukte enthalten deutlich mehr B-Vitamine, Magnesium, Zink und Ballaststoffe als Weissmehlprodukte, weil die vitalstoffreichen Randschichten des Korns erhalten bleiben. Nüsse und Samen liefern Magnesium, Vitamin E und ungesättigte Fettsäuren – eine kleine Handvoll pro Tag genügt.

Milchprodukte, Eier, Fisch – oder pflanzliche Alternativen

Milchprodukte sind eine wichtige Kalziumquelle, Fisch liefert Jod und Omega-3-Fettsäuren, Eier und Fleisch enthalten gut verfügbares Eisen und Vitamin B12. Wer sich vegetarisch oder vegan ernährt, kann vieles pflanzlich abdecken – bei Vitamin B12 ist bei rein pflanzlicher Ernährung jedoch eine Ergänzung nötig, da es praktisch nur in tierischen Lebensmitteln vorkommt.

Gut zu wissen

Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei und verbessert die Eisenaufnahme aus pflanzlichen Quellen. Eisen wiederum trägt zu einem normalen Sauerstofftransport im Körper bei. Solche Aussagen sind in der Schweiz und der EU als Nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben zugelassen.

Welche Lebensmittel liefern welche Vitalstoffe?

Die folgende Übersicht ordnet einige häufig gefragte Vitalstoffe gut erreichbaren Lebensmitteln zu. Sie ersetzt keine individuelle Ernährungsberatung, hilft aber, den eigenen Teller abwechslungsreicher zu gestalten.

VitalstoffGute LebensmittelquellenZugelassene Angabe (Beispiel)
Vitamin CPeperoni, Broccoli, Beeren, Zitrusfrüchteträgt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei
Folatgrünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornträgt zu einer normalen Blutbildung bei
EisenHülsenfrüchte, Vollkorn, Fleisch, Kürbiskerneträgt zu einem normalen Sauerstofftransport bei
KalziumMilchprodukte, Mineralwasser, Broccoli, Tofuwird für den Erhalt normaler Knochen benötigt
MagnesiumNüsse, Vollkorn, Hülsenfrüchte, Blattgemüseträgt zu einer normalen Muskelfunktion bei
Jodjodiertes Speisesalz, Seefisch, Milchprodukteträgt zu einer normalen Schilddrüsenfunktion bei

Vitalstoffe erhalten: Einkauf, Lagerung, Zubereitung

Wie viel von den Vitalstoffen letztlich auf dem Teller landet, hängt auch von der Zubereitung ab. Besonders Vitamin C und einige B-Vitamine reagieren empfindlich auf Hitze, Licht, Wasser und lange Lagerung. Mineralstoffe sind hitzestabil, können aber ins Kochwasser übergehen. Ein paar einfache Gewohnheiten machen einen Unterschied:

  • Kurz und schonend garen: Dämpfen oder kurzes Anbraten statt langes Kochen in viel Wasser.
  • Wenig Wasser, Kochwasser nutzen: etwa für Suppen oder Saucen, damit gelöste Mineralstoffe nicht verloren gehen.
  • Frisch verarbeiten: Gemüse erst kurz vor der Zubereitung schneiden, damit weniger Vitamine an Luft und Licht verloren gehen.
  • Tiefkühl ist eine gute Wahl: Tiefgekühltes Gemüse wird meist rasch nach der Ernte verarbeitet und behält viele Vitamine – oft mehr als lange gelagerte «frische» Ware.

Wo die Ernährung an Grenzen stösst

Für die Allgemeinbevölkerung reicht eine ausgewogene Ernährung meist aus. Es gibt aber klar definierte Situationen, in denen einzelne Vitalstoffe schwerer über die Ernährung allein zu decken sind. In der Schweiz betrifft das vor allem:

  • Vitamin D: Der Körper bildet es über Sonnenlicht in der Haut. In den Wintermonaten reicht die Sonneneinstrahlung in der Schweiz oft nicht aus, und über die Ernährung allein ist der Bedarf schwer zu decken.
  • Jod: Die Schweiz gilt historisch als jodarmes Gebiet. Deshalb wird Speisesalz seit Jahrzehnten mit Jod angereichert – ein Beispiel dafür, wie die Ernährung gezielt ergänzt wird.
  • Vitamin B12: Bei veganer Ernährung praktisch nicht ausreichend über Lebensmittel zu decken; eine Ergänzung gilt hier als notwendig.
  • Folsäure: Rund um eine Schwangerschaft wird eine gezielte Ergänzung empfohlen.

Auch der Bedarf verschiebt sich je nach Lebensphase. Mehr dazu im Beitrag Nährstoffbedarf in den Lebensphasen. Und wenn du wissen willst, welche Lebensmittel pro Nährstoff am meisten liefern, hilft die Übersicht vitalstoffreiche Lebensmittel weiter.

Bei Verdacht auf einen Mangel: abklären lassen

Anhaltende Müdigkeit, Blässe oder andere Beschwerden können viele Ursachen haben und lassen sich nicht am Teller «diagnostizieren». Wer einen Mangel vermutet, sollte dies ärztlich abklären lassen – idealerweise mit einem Bluttest. Nimm hoch dosierte Präparate nicht auf gut Glück ein: Einige Nährstoffe können in grossen Mengen unerwünschte Wirkungen haben. In der Schwangerschaft und bei Kindern gilt besondere Vorsicht; besprich Ergänzungen mit einer Fachperson. Dieser Artikel bietet allgemeine Information und ersetzt keine ärztliche oder ernährungsmedizinische Beratung. Im Notfall gilt die Notrufnummer 144.

Kurz zusammengefasst

Eine ausgewogene, farbenfrohe Ernährung mit viel Gemüse, Früchten, Vollkorn und Hülsenfrüchten deckt bei den meisten Menschen den Vitalstoffbedarf. Vielfalt schlägt einzelne Superfoods, schonende Zubereitung erhält empfindliche Vitamine, und Tiefkühlware ist eine gute Ergänzung. In wenigen, klar definierten Fällen – etwa Vitamin D im Winter, Jod, Vitamin B12 bei veganer Ernährung oder Folsäure in der Schwangerschaft – kann eine gezielte Ergänzung sinnvoll sein. Diese Entscheidung gehört in fachkundige Hände.

Kann man den Vitalstoffbedarf allein über die Ernährung decken?

Bei den meisten gesunden Menschen deckt eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung den Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen. Laut BLV und SGE sind Nahrungsergänzungsmittel für die Allgemeinbevölkerung in der Regel nicht nötig. Ausnahmen betreffen bestimmte Gruppen und Situationen – etwa Vitamin D im Winter, Vitamin B12 bei veganer Ernährung oder Folsäure rund um eine Schwangerschaft. Bei Unsicherheit hilft eine Fachperson weiter.

Wie viele Portionen Gemüse und Früchte pro Tag sind empfohlen?

Die Schweizer Lebensmittelpyramide der SGE empfiehlt fünf Portionen Gemüse und Früchte pro Tag: drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Früchte. Eine Portion entspricht etwa einer Handvoll. Diese Menge liefert einen grossen Teil vieler Vitamine, Mineralstoffe und sekundärer Pflanzenstoffe.

Zerstört Kochen die Vitalstoffe in Lebensmitteln?

Hitze, Wasser und lange Lagerung können empfindliche Vitamine wie Vitamin C und einige B-Vitamine vermindern. Schonende Methoden wie kurzes Dämpfen statt langes Kochen, wenig Wasser und rasches Verarbeiten frischer Ware helfen, Verluste klein zu halten. Mineralstoffe sind gegenüber Hitze stabil, können aber ins Kochwasser übergehen.

Sind frische Lebensmittel immer nährstoffreicher als tiefgekühlte?

Nicht unbedingt. Tiefkühlgemüse wird meist rasch nach der Ernte verarbeitet und behält dadurch viele Vitamine. Frische Ware, die lange transportiert oder gelagert wurde, kann mit der Zeit an Vitalstoffen verlieren. Tiefkühl- und frische Produkte sind beide eine gute Wahl für eine vitalstoffreiche Ernährung.

Braucht es bei ausgewogener Ernährung überhaupt Nahrungsergänzung?

Für gesunde Erwachsene mit ausgewogener Ernährung ist eine allgemeine Ergänzung meist nicht nötig. Sinnvoll kann sie in klar definierten Situationen sein, etwa bei nachgewiesenem Mangel, in der Schwangerschaft oder bei bestimmten Ernährungsformen. Diese Entscheidung sollte mit einer ärztlichen oder ernährungsmedizinischen Fachperson getroffen werden, idealerweise gestützt auf einen Bluttest.

Quellen

  1. Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE): Schweizer Lebensmittelpyramide. sge-ssn.ch
  2. Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV): Nahrungsergänzungsmittel und Nährstoffe. blv.admin.ch
  3. Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV): Jodversorgung und jodiertes Speisesalz in der Schweiz. blv.admin.ch
  4. EFSA: Dietary Reference Values for nutrients – Summary report. efsa.europa.eu

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