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Magnesium: Funktionen im Körper

Vitalpunkt-Redaktion·6. Juli 2026·6 Min. Lesezeit
Magnesiumreiche Lebensmittel wie Nüsse, Kürbiskerne und Vollkorn

Magnesium gehört zu den Mineralstoffen, die der Körper täglich in grösseren Mengen braucht. Es ist an über 300 Enzymreaktionen beteiligt und damit an vielen Grundprozessen: an der Muskel- und Nervenfunktion, am Energiestoffwechsel und am Erhalt der Knochen. Der grösste Teil des Magnesiums steckt in den Knochen und Muskeln, nur ein kleiner Anteil zirkuliert im Blut. Die gute Nachricht vorweg: Wer sich abwechslungsreich und pflanzenbetont ernährt, deckt den Bedarf meist ohne Präparat. Dieser Beitrag ordnet ein, was Magnesium leistet, wie viel man braucht und woher es am besten kommt.

Kurz gesagt

Magnesium trägt laut den zugelassenen Angaben zu Muskeln, Nerven, Energiestoffwechsel und Knochen bei. Der Bedarf liegt bei Erwachsenen um 300–400 mg pro Tag und ist über die Ernährung gut zu decken. Dieser Text bietet allgemeine Information und ersetzt keine ärztliche oder ernährungsmedizinische Beratung.

Was Magnesium im Körper leistet

Magnesium ist ein sogenannter Cofaktor: Es hilft Enzymen, ihre Arbeit zu tun. Ohne diese kleinen Helfer laufen zahlreiche Reaktionen langsamer oder gar nicht ab. Deshalb taucht Magnesium in ganz unterschiedlichen Bereichen des Stoffwechsels auf. Für die folgenden Funktionen sind in der EU und der Schweiz gesundheitsbezogene Angaben zugelassen – das heisst, sie gelten als wissenschaftlich abgesichert:

  • Muskelfunktion: Magnesium trägt zu einer normalen Muskelfunktion bei. Es wirkt im Zusammenspiel mit Kalzium daran mit, dass Muskeln sich anspannen und wieder lockern.
  • Nervensystem: Es trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei und ist an der Reizweiterleitung zwischen Nerven und Muskeln beteiligt.
  • Energiestoffwechsel: Magnesium trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei. Es ist mit dem Energieträger ATP verbunden, den jede Zelle nutzt.
  • Knochen und Zähne: Es trägt zur Erhaltung normaler Knochen und Zähne bei; ein grosser Teil des Körpermagnesiums ist im Knochen eingelagert.
  • Weniger Müdigkeit: Magnesium trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei – gemeint ist ein Beitrag im normalen Stoffwechsel, kein rascher «Energiekick».

Diese Angaben beschreiben Beiträge zu normalen Körperfunktionen. Sie bedeuten nicht, dass Magnesium Beschwerden heilt oder gezielt gegen Krankheiten wirkt.

Wie viel Magnesium braucht der Körper?

Wie viel man benötigt, hängt von Alter, Geschlecht und Lebensphase ab. Als Orientierung geben die Fachgesellschaften folgende Richtwerte für die tägliche Zufuhr an. Sie sind Schätzwerte für gesunde Menschen, keine individuell verordneten Mengen.

GruppeRichtwert pro TagHinweis
Frauen (Erwachsene)ca. 300 mgje nach Alter leicht unterschiedlich
Männer (Erwachsene)ca. 350–400 mghöherer Wert wegen mehr Muskelmasse
Schwangereca. 310 mgZufuhr mit Fachperson besprechen
Stillendeca. 390 mgleicht erhöhter Bedarf
Jugendlichebis ca. 400 mgim Wachstum zeitweise höher

Die Werte orientieren sich an den Referenzwerten von DGE und SGE und können je nach Quelle leicht abweichen. Ein etwas erhöhter Bedarf besteht zum Beispiel bei starkem Schwitzen, in der Schwangerschaft und Stillzeit oder bei intensivem Ausdauersport. Entscheidend ist weniger die exakte Zahl als das Gesamtbild einer ausgewogenen Ernährung.

300+
Enzymreaktionen im Körper, an denen Magnesium beteiligt ist.
~60 %
des Körpermagnesiums sind in den Knochen eingelagert.
300–400 mg
gelten als Richtwert für die tägliche Zufuhr bei Erwachsenen.

Die besten Magnesiumquellen

Magnesium steckt in vielen pflanzlichen Lebensmitteln, besonders in unverarbeiteten. Wer regelmässig Vollkorn, Nüsse, Samen und Hülsenfrüchte isst, hat gute Karten. Zu den bekanntesten Quellen zählen:

  • Nüsse und Samen: Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Mandeln und Cashews gehören zu den reichsten Lieferanten.
  • Vollkornprodukte: Vollkornbrot, Haferflocken und Naturreis liefern deutlich mehr als ihre hellen Varianten.
  • Hülsenfrüchte: Bohnen, Linsen und Kichererbsen kombinieren Magnesium mit Eiweiss und Ballaststoffen.
  • Grünes Gemüse: Spinat und Mangold enthalten Magnesium, das im Blattgrün (Chlorophyll) gebunden ist.
  • Dunkle Schokolade: mit hohem Kakaoanteil ein bekannter, wenn auch kalorienreicher Lieferant.
  • Mineralwasser: magnesiumreiche Sorten können unauffällig zur Zufuhr beitragen – ein Blick aufs Etikett lohnt sich.

Weil Magnesium teilweise ins Kochwasser übergeht, hilft schonendes Garen oder das Weiterverwenden des Kochwassers, mehr davon zu erhalten. Wie sich pflanzliche Kost insgesamt gut zusammenstellen lässt, zeigt der Beitrag zu Eisen aus pflanzlicher Ernährung – die Prinzipien der Lebensmittelauswahl ähneln sich stark.

Mangel, Krämpfe und wann Vorsicht gilt

Ein ausgeprägter Magnesiummangel ist bei gesunden Menschen mit ausgewogener Ernährung selten, weil der Körper die Ausscheidung über die Nieren fein regelt. Häufiger sind Situationen mit erhöhtem Verlust oder Bedarf: anhaltender Durchfall, bestimmte Medikamente, sehr einseitige Kost oder starker Alkoholkonsum. Mögliche, aber unspezifische Anzeichen sind Muskelzucken, Waden­krämpfe, Müdigkeit oder innere Unruhe. Weil solche Beschwerden viele Ursachen haben, sind sie kein Beweis für einen Mangel.

Besonders das Thema Wadenkrämpfe wird oft mit Magnesium verknüpft. Die Studienlage ist hier uneinheitlich: Bei nachgewiesenem Mangel kann ein Ausgleich sinnvoll sein, bei nächtlichen Krämpfen ohne Mangel deuten Untersuchungen aber nicht auf einen verlässlichen Nutzen hin. Wer Beschwerden bemerkt, sollte sie ärztlich einordnen lassen, statt ein Präparat auf Verdacht einzunehmen.

Bei Verdacht abklären – und Präparate nicht überdosieren

Anhaltende Krämpfe, starke Müdigkeit oder Herzstolpern gehören ärztlich untersucht; ein Bluttest zeigt, ob wirklich etwas fehlt. Zusätzliches Magnesium aus Präparaten kann in hoher Dosis Durchfall auslösen; die EFSA nennt dafür einen Richtwert von 250 mg pro Tag. Bei Nierenerkrankungen, in der Schwangerschaft, beim Stillen und bei Kindern gehört die Einnahme mit einer Fachperson besprochen. Bei akuten, schweren Beschwerden gilt in der Schweiz die Notrufnummer 144.

Fazit: erst der Teller, dann das Präparat

Magnesium ist ein vielseitiger Mineralstoff, der an Muskeln, Nerven, Energiestoffwechsel und Knochen beteiligt ist. Für die meisten Menschen ist die beste Strategie zugleich die einfachste: eine abwechslungsreiche Ernährung mit Vollkorn, Nüssen, Samen, Hülsenfrüchten und grünem Gemüse. Präparate sind kein «Schutz auf Vorrat», sondern gezielt bei nachgewiesenem Mangel oder erhöhtem Bedarf ein Thema. Wer unsicher ist, klärt das ärztlich ab. Wie eng die Versorgung mit einzelnen Nährstoffen zusammenhängt, zeigt auch der Beitrag zum Vitamin-D-Mangel.

Welche Funktionen hat Magnesium im Körper?

Magnesium ist an über 300 Enzymreaktionen beteiligt. Laut den zugelassenen EU/CH-Angaben trägt es unter anderem zu einer normalen Muskelfunktion, zur normalen Funktion des Nervensystems, zu einem normalen Energiestoffwechsel und zur Erhaltung normaler Knochen bei. Es steckt zudem grösstenteils in Knochen und Muskeln.

Wie viel Magnesium braucht man pro Tag?

Als Orientierung gelten für Erwachsene rund 300 bis 400 Milligramm pro Tag; Männer liegen dabei meist etwas höher als Frauen. Der genaue Bedarf hängt von Alter, Geschlecht und Lebensphase ab. Diese Richtwerte stammen aus den Referenzwerten von DGE und SGE und ersetzen keine individuelle Beratung.

Welche Lebensmittel enthalten viel Magnesium?

Gute Quellen sind Vollkornprodukte, Nüsse und Samen wie Kürbis- oder Sonnenblumenkerne, Hülsenfrüchte, grünes Gemüse sowie dunkle Schokolade. Auch magnesiumreiches Mineralwasser kann beitragen. Eine abwechslungsreiche, pflanzenbetonte Ernährung deckt den Bedarf bei den meisten Menschen gut.

Hilft Magnesium wirklich gegen Wadenkrämpfe?

Die Studienlage dazu ist uneinheitlich. Bei einem nachgewiesenen Magnesiummangel kann ein Ausgleich sinnvoll sein. Bei nächtlichen Wadenkrämpfen ohne Mangel zeigen Untersuchungen jedoch keinen verlässlichen Nutzen. Halten Krämpfe an, sollte man die Ursache ärztlich abklären lassen, statt allein auf ein Präparat zu setzen.

Kann man zu viel Magnesium aufnehmen?

Über normale Lebensmittel ist eine Überdosierung praktisch nicht möglich, da die Nieren Überschüsse ausscheiden. Bei Präparaten hingegen können hohe Dosen weiche Stühle oder Durchfall auslösen. Die EFSA nennt für zusätzliches Magnesium aus Präparaten einen Richtwert von 250 Milligramm pro Tag. Bei Nierenproblemen ist besondere Vorsicht geboten.

Sollte ich zur Sicherheit ein Magnesiumpräparat nehmen?

Für die meisten Menschen ist das nicht nötig, weil eine ausgewogene Ernährung den Bedarf deckt. Präparate sind vor allem bei nachgewiesenem Mangel oder erhöhtem Bedarf ein Thema. Wer unsicher ist oder Beschwerden bemerkt, klärt das am besten ärztlich ab, statt vorsorglich hoch zu dosieren.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Magnesiumzufuhr. dge.de
  2. Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE): Mineralstoffe – Merkblätter und Empfehlungen. sge-ssn.ch
  3. EFSA – European Food Safety Authority: Dietary Reference Values und Tolerable Upper Intake Level für Magnesium. efsa.europa.eu
  4. Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV): Vitamine und Mineralstoffe. blv.admin.ch

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