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Jodreiche Lebensmittel: die Liste mit Gehalten

Vitalpunkt-Redaktion·5. August 2026·7 Min. Lesezeit
Gebratenes Seefischfilet neben einem Glas Milch, Eiern und einem Salzstreuer auf hellem Holz

Jod ist der Nährstoff mit der kürzesten Liste. Während Vitamin C in fast jedem Gemüse steckt und Magnesium in jedem Vollkornprodukt, kommt Jod in nennenswerten Mengen nur in einer Handvoll Lebensmittel vor – und die stehen bei vielen selten auf dem Speiseplan. Das ist kein Zufall, sondern Geologie: Die Böden im Alpenraum sind jodarm, und was der Boden nicht hat, kann die Pflanze nicht liefern. Genau deshalb wurde in der Schweiz vor hundert Jahren mit der Salzjodierung begonnen. Diese Übersicht zeigt, was tatsächlich beiträgt.

Kurz gesagt

Die wichtigsten Jodquellen sind Seefisch, Milchprodukte, Eier und vor allem jodiertes Speisesalz. Der Referenzwert liegt bei rund 150 bis 200 Mikrogramm pro Tag für Erwachsene, in Schwangerschaft und Stillzeit höher. Algenprodukte enthalten teils extrem viel Jod und sind ungeeignet. Dieser Text bietet allgemeine Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Welche Lebensmittel liefern Jod?

Die folgende Übersicht nennt Richtwerte. Auffällig ist, wie stark sich die Gehalte zwischen den Gruppen unterscheiden – und wie klein die Auswahl insgesamt ist.

LebensmittelJod (ca.)Anmerkung
Schellfisch, Kabeljau, Seelachsca. 100–250 µg / 100 gstärkste natürliche Quelle
Jodiertes Speisesalzca. 20 µg / g Salzwichtigster Alltagsbeitrag
Milch und Joghurtca. 10–20 µg / 100 güber jodiertes Futter
Hartkäseca. 10–30 µg / 100 gvariabel
Eierca. 10 µg / Stückfutterabhängig
Brot mit jodiertem Salzca. 5–15 µg / 100 gje nach Bäckerei
Gemüse und Obstmeist < 5 µg / 100 gbodenabhängig, gering
Getrocknete Algenbis zu mehrere 1000 µg / gnicht empfehlenswert

Wie viel Jod braucht der Körper?

Jod ist Baustein der Schilddrüsenhormone und damit an Wachstum, Entwicklung und dem gesamten Energiestoffwechsel beteiligt. Der Bedarf ist gering, aber nicht verhandelbar – der Körper kann Jod nicht selbst herstellen.

Die Referenzwerte

Für Erwachsene gelten je nach Fachgesellschaft rund 150 bis 200 Mikrogramm pro Tag. In Schwangerschaft und Stillzeit steigt der Bedarf deutlich, weil das Kind mitversorgt wird und die Schilddrüsenhormone für die Hirnentwicklung entscheidend sind. Genau in diesen Lebensphasen ist eine knappe Versorgung am folgenreichsten – wie sich der Bedarf über die Lebensphasen verändert, behandelt der Beitrag zum Nährstoffbedarf in den Lebensphasen.

Warum die Schweiz einen Sonderweg ging

Die Alpenböden sind jodarm, was historisch zu verbreiteten Schilddrüsenvergrösserungen führte. Die Salzjodierung ab den 1920er-Jahren gilt als eine der erfolgreichsten Präventionsmassnahmen der Schweizer Gesundheitsgeschichte. Der Beitrag zu jodiertem Salz in der Schweiz erzählt diese Geschichte ausführlich.

150–200 µg
Referenzwert pro Tag für Erwachsene.
~20 µg
Jod pro Gramm jodiertem Speisesalz.
1 Portion
Seefisch pro Woche deckt einen erheblichen Teil des Bedarfs.

Die Salzfrage: jodiert oder nicht?

Hier liegt der grösste Unterschied im Alltag, und er wird beim Einkauf oft unbewusst entschieden. Meersalz, Himalayasalz, Fleur de Sel und die meisten Spezialsalze sind nicht jodiert – trotz ihres Rufs als besonders natürlich und mineralreich.

Wer aus gesundheitlichen Gründen weniger salzt, was grundsätzlich sinnvoll ist, verliert damit zugleich seine Hauptjodquelle. Das ist kein Argument für mehr Salz, sondern eines dafür, das verwendete Salz jodiert zu wählen. Ebenso relevant: Ein grosser Teil des Salzkonsums stammt aus verarbeiteten Lebensmitteln, und ob dort jodiertes Salz eingesetzt wird, entscheidet der Hersteller.

Warum Algen keine gute Lösung sind

Algen tauchen in jeder Liste jodreicher Lebensmittel auf – und stehen aus gutem Grund am Ende dieser hier. Getrocknete Algen können extreme Jodmengen enthalten, teils das Hundert- bis Tausendfache des Tagesbedarfs pro Portion.

Das Problem der Unberechenbarkeit

Die Gehalte schwanken je nach Algenart, Herkunft und Verarbeitung um Grössenordnungen, und sie sind auf der Packung oft nicht oder nur ungenau deklariert. Besonders Braunalgen wie Kombu erreichen sehr hohe Werte. Eine kontrollierte Zufuhr ist damit praktisch unmöglich – man weiss schlicht nicht, wie viel man aufnimmt.

Zu viel Jod kann die Schilddrüse stören

Sowohl zu wenig als auch zu viel Jod kann die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen. Bei bestehenden Schilddrüsenerkrankungen, insbesondere bei einer Überfunktion oder Autonomie, kann eine plötzliche hohe Jodzufuhr problematisch sein. Wer eine Schilddrüsenerkrankung hat, bespricht die Jodzufuhr ärztlich und meidet Algenprodukte und hoch dosierte Jodpräparate.

Wie sich der Bedarf praktisch decken lässt

Drei Gewohnheiten decken den Bedarf für die meisten Menschen zuverlässig: jodiertes Salz beim Kochen verwenden, ein- bis zweimal pro Woche Seefisch essen und Milchprodukte oder Eier regelmässig einplanen.

Anspruchsvoller wird es bei veganer Ernährung, weil Fisch, Milch und Eier wegfallen und pflanzliche Lebensmittel kaum Jod liefern. Hier ist jodiertes Salz umso wichtiger, und eine gezielte Ergänzung kann sinnvoll sein – idealerweise nach ärztlicher Abklärung statt auf Verdacht. Selen spielt in der Schilddrüse mit Jod zusammen; dazu passt der Beitrag zu selenreichen Lebensmitteln.

Welche Lebensmittel enthalten am meisten Jod?

Seefisch wie Schellfisch, Kabeljau und Seelachs liegt mit rund 100 bis 250 Mikrogramm pro 100 Gramm klar vorn. Danach folgt jodiertes Speisesalz mit etwa 20 Mikrogramm pro Gramm, das im Alltag den grössten Gesamtbeitrag liefert. Milchprodukte steuern rund 10 bis 20 Mikrogramm pro 100 Gramm bei, Eier etwa 10 Mikrogramm pro Stück. Gemüse und Obst liefern kaum Jod.

Wie viel Jod braucht man pro Tag?

Für Erwachsene gelten je nach Fachgesellschaft rund 150 bis 200 Mikrogramm pro Tag. In Schwangerschaft und Stillzeit liegt der Bedarf deutlich höher, weil das Kind mitversorgt wird und Schilddrüsenhormone für die Hirnentwicklung entscheidend sind. Gerade in diesen Lebensphasen ist eine knappe Versorgung am folgenreichsten.

Enthält Meersalz oder Himalayasalz Jod?

Nein, praktisch nicht. Meersalz, Himalayasalz, Fleur de Sel und die meisten Spezialsalze sind nicht jodiert, obwohl sie als besonders natürlich und mineralreich gelten. Wer ausschliesslich solche Salze verwendet, verliert damit seine wichtigste Alltagsjodquelle. Wer weniger salzen möchte, was grundsätzlich sinnvoll ist, sollte das verbleibende Salz umso eher jodiert wählen.

Sind Algen eine gute Jodquelle?

Nein, sie sind ungeeignet. Getrocknete Algen können extreme Jodmengen enthalten, teils das Hundert- bis Tausendfache des Tagesbedarfs pro Portion. Die Gehalte schwanken je nach Art, Herkunft und Verarbeitung um Grössenordnungen und sind oft nicht genau deklariert. Eine kontrollierte Zufuhr ist damit praktisch unmöglich – besonders Braunalgen wie Kombu erreichen sehr hohe Werte.

Bekommen Veganer genug Jod?

Das erfordert Aufmerksamkeit, weil Fisch, Milchprodukte und Eier wegfallen und pflanzliche Lebensmittel kaum Jod liefern. Jodiertes Speisesalz wird damit zur wichtigsten Quelle. Eine gezielte Ergänzung kann sinnvoll sein, sollte aber ärztlich abgeklärt werden statt auf Verdacht zu erfolgen. Algenprodukte sind wegen der unberechenbaren Gehalte keine geeignete Alternative.

Kann zu viel Jod schaden?

Ja. Sowohl zu wenig als auch zu viel Jod kann die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen. Bei bestehenden Schilddrüsenerkrankungen, insbesondere bei einer Überfunktion oder einer Autonomie, kann eine plötzliche hohe Jodzufuhr problematisch sein. Betroffene besprechen die Jodzufuhr ärztlich und meiden Algenprodukte sowie hoch dosierte Jodpräparate.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte Jod. dge.de
  2. National Institutes of Health, Office of Dietary Supplements: Iodine – Health Professional Fact Sheet. ods.od.nih.gov
  3. Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV): Nährstoffe und Referenzwerte. blv.admin.ch
  4. Schweizer Nährwertdatenbank. naehrwertdaten.ch

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